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Die Willkommenskultur unter sozipsychologischer Betrachtung

24. Juni 2017

Sie stehen zu hunderten an Bahnhöfen und Asylantenheimen, halten Plakate hoch und klatschen frenetisch Beifall: Die Vertreter und Vertreterinnen der deutschen Willkommenskultur gegenüber den Asylanten. Woher aber kommt diese völlig unkritische Haltung gegenüber den Menschen, die aus einem völlig anderen m Kulturkreis stammen und zum größten Teil unsere Werte nicht teilen?

Man muss, um diese Frage zu beantworten, in die Zeit zurückkehren, in der die heute zwischen 25 und 30 Jahre alten deutschen Männer und Frauen zur Welt kamen. Das war in etwa zu Beginn der 1990er-Jahre bzw. in der Mitte dieser Zeitperiode. Damals herrsche in Deutschland ein Klima der Angst vor dem Atomkrieg, die Grünen gründeten sich und die Gesellschaft rückte im Allgemeinen stark nach links. Die Eltern dieser Generation, die heutigen Mittfünfziger, engagierten sich bei Friedensmärschen und in Bürgerinitiativen. Das Individuelle stand stark im Vordergrund – und alles war gut.
In dieser Haltung erzogen sie auch ihre Kinder, getreu dem Motto: „Wir sind alle friedlich und bereit, bis zur Selbstaufgabe zu teilen.“ Der Bundesrepublik ging es wirtschaftlich damals bedeutend besser als heute. So wuchsen die Jungen und Mädchen in einer Atmosphäre der entspannten Ruhe auf, und wer sich für andere einsetzte, war hoch angesehen. Es war eine Phase der gesellschaftlichen Ruhe eingekehrt nach der Periode des deutschen Linksterrorismus und seinen Auswirkungen auf die Sicherheitslage in Deutschland.

Dann folgte der Mauerfall mit seinen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen, der gemeistert wurde (deswegen redet Merkel rückblickend auf diese Ereignisse auch immer von „Wir schaffen das“ und lässt dabei völlig außer Acht, dass es sich bei den Gesellschaften der DDR und der Bundesrepublik um sehr ähnliche Gesellschaften mit EINER Geschichte handelte). Und genau in diese Phase wurden die heutigen Jubler geboren. Man spielte ihnen zu Hause Benjamin Blümchen und Biene Maja vor. Und aus genau diesem Bereich sind sie bis heute nicht herausgekommen (Ausnahmen bestätigen die Regel). Sie erstarren in der geistigen Haltung eines Kindes und wollen, dass es allen gut geht. Doch ihre Realität sah auch damals schon anders aus.
Kommen wir zu einigen statistischen Werten: Bei den Jublern handelt es sich meistens um Kinder aus gescheiterten Ehen (nie war die Scheidungsrate in Deutschland höher als in den 1980er- und 1990er-Jahren). Diese Kinder haben nie die Wärme einer echten Familie kennengelernt und können demnach auch nicht dementsprechend reagieren. Sie lehnen innerlich eine „richtige“ Familie ab (der Autor schreibt das vor dem Hintergrund seiner eigenen „Patchwork-Familie“ nieder, in der es auch Willkommens-Aktivistinnen gibt) und setzen stattdessen auf individuelles Fortkommen, wobei ihnen bewusst ist, dass es ein solches Fortkommen nicht geben kann. Daraus ergibt sich eine Hasshaltung gegenüber der Gesellschaft, die ihre Familie zerstört hat (hier sind ganz stark die ökonomischen Verwertungsbedingungen zu nennen unter denen Familien leiden mussten und müssen). Das führte dazu, dass die Kinder abgeschoben wurden in Krippen und Horte, die Primärerziehung wurde sekundär vermittelt. Sie lernten nie den Zusammenhalt in einer Familie kennen und sehnen sich unbewusst danach. Da sie wissen, dass es in anderen Kulturen diesen Zusammenhalt noch gibt, stehen sie den Asylanten (die über genau diese Strukturen verfügen) völlig unüberlegt positiv gegenüber.

Rein ökonomische und politische Überlegungen spielen dabei keinerlei Rolle, lediglich die Haltung gegenüber dem Gefühl selber. Hinzu kommt, dass diese Kinder ebenfalls unbewusst so lange den „Reichtum der Gesellschaft“ teilen wollen, solange sie nicht betroffen sind. Die meisten Angehörigen dieser Generation sind nämlich überdurchschnittlich intelligent und in entsprechenden Berufen tätig. Am Zusammenhalt der von ihnen innerlich abgelehnten Gesellschaft haben sie keinerlei Interesse. Immerhin ist diese Gesellschaft dafür verantwortlich, dass sie nie eine richtige Familie hatten.


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